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28.04.2026 Kategorie: Angedacht

Glaubensprüfung

Kleine und große Prüfungen im Glaubensleben

Irgendwann im Laufe des Konfirmandenjahres werde ich immer gefragt: "Herr Wesemann, warum müssen wir eigentlich bei Ihnen so viel lernen, während die Konfis in XY nur Spiele spielen und gar nichts lernen müssen?" Ich drücke dann nicht mein tiefes Bedauern aus, sondern sage sinngemäß, dass sie sich freuen können, bei mir noch etwas zu lernen, was ihnen in schweren Zeiten auch eine Hilfe sein kann (zum Beispiel den 23. Psalm vom guten Hirten). Zudem sollte man, wenn man in unseren komplizierten Zeiten bewusst und aktiv als Christ leben will, wissen, woran man eigentlich glaubt, welches Geschenk der Glaube ist und wie man sein Gottvertrauen praktisch im Alltag lebt. Wäre doch schön, wenn junge Menschen ganz neu den Glauben für sich entdecken und ihnen ihre Kirchenmitgliedschaft etwas bedeutet. Damit meine Konfis zeigen können, dass sie nicht nur ihre (und meine) wertvolle Zeit abgesessen haben, sondern sich auch etwas kirchliches Basiswissen angeeignet haben, gibt es am Ende des Jahrganges immer einen besonderen Gottesdienst mit einem kleinen "Prüfungs"-Teil. Die Fragen sind weitgehend bekannt, die Antworten auch. Es geht also bei den Fragen nicht um Kassieren oder Blamieren, sondern um einen würdigen Rahmen, indem die Konfis vor ihrer Konfirmation im Mittelpunkt stehen. Natürlich wird der Gottesdienst jung und frisch gestaltet, damit er nicht das Klischee vom langweiligen, nichtssagenden, irrelevanten und damit überflüssigen Gottesdienst bedient. Ihr Glaube wird damit nicht geprüft. Entweder ist er da, lebendig und vital, oder er ist schläfrig und inaktiv und somit alltagsuntauglich.

Wenn die jetzt jungen Leute in 70 Jahren auf ihr Leben zurückblicken, werden sie sagen, dass das eine der leichtesten "Glaubensprüfungen" war. Da wird in ihrem Leben noch viel mehr auf sie warten, das an ihrem Glauben und Gottvertrauen rütteln wird. Manchen wird Gott unwichtig sein. Manche werden ihren Glauben verlieren. Muskeln, die man nicht trainiert, schwinden ja auch. Aber manche werden zu ihrem Glauben stehen und ihn aktiv leben. Indem sie Gott auch in Krisen und schweren Zeiten vertrauen, im Gebet mit ihm verbunden bleiben, Gemeinschaft mit anderen Christen suchen und gelassen und liebevoll jeden Tag so leben, als wäre es ihr letzter. Krisenfest und hoffnungsvoll: So dürfen sich meine Konfis auf die nächste Prüfung freuen. Am 10. Mai wird es so weit sein: Um 9.30 Uhr in Bortfeld und um 11.00 Uhr in Wendeburg. Mitgestalten werden die beiden Gottesdienste Konfirmanden aus Bortfeld, Wedtlenstedt, Wendeburg und Sophiental.

Foto: Myriams-Foto / www.pixabay.com

Beitrag von Frank Wesemann